Warum ein flexibler/ veränderbarer Sattel?

Beispiel 1 - Pisolo

Beide Bilder zeigen das selbe Pferd. 

Oben im Trainingszustand.
Unten nach einer verletzungsbedingten Pause mit Weidehaltung.

 

Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein Sattel mit einem starrem Baum, der dem trainierten Pferd gepasst hat, nach der Verletzungspause nicht mehr passen würde.

Es ist schwer genug, einen starren Gegenstand (der Sattel) auf einem beweglichen Objekt (das Pferd) so zu fixieren, dass der weiche Pferderücken keinen Schaden nimmt.

 

Wenn sich das Pferd dann noch durch innere oder äußere Umstände verändert, wird es umso schwerer.

 

Die häufigsten Veränderungen unserer Pferde sind

- trainingsbedingt

- verletzungsbedingt

- altersbedingt

- jahreszeitlich / fütterungsbedingt.

Ein flexibler Sattel, der sich dem Pferderücken auch unter Veränderungen permanent anpassen kann, ist hier die richtige Wahl.  

Wäre das hier gezeigte Pferd mit einem Baumsattel geritten worden, wäre ein Satteldruck vorprogrammiert gewesen. Der flexible Dressursattel "Emilio" des Pferdes musste lediglich neu eingestellt werden. 

 

Pisolo nach einigen Wochen mit Weidegang ohne Training. 


Doch nicht nur die o.g. Veränderungen oder grundsätzlich anatomischen Herausforderungen eines Pferdes machen es einem Sattel mit Baum schwer, zu passen, allein die Veränderung der Rückenlinie des Pferdes je nach unterschiedlicher Kopfhaltung ist beachtlich. 5 - 8 cm Höhenunterschied sind da keine Seltenheit, je nach reiterlichem und pferdischem Können sind noch größere Unterschiede möglich. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Sie im Optimalfall einen Sattel für Geländeritte am langen Zügel und einen Sattel für die Arbeit im Dressurviereck besitzen müssten. Denn, auch ein Maßsattel "maßt" sich nicht an, auf beide Situationen zu passen. 

Die Lösung ist ein Sattel, der sich druckfrei und flexibel den unterschiedlichen Reitansprüchen anpassen kann. 

 Wir nehmen uns viel Zeit für die individuelle Vermessung Ihres Pferdes und Einstellung Ihres Sattels. Die Kammereisen werden exakt auf Maß eingestellt und berücksichtigen auch Schulterschiefstände oder Assymmetrien in der Muskulatur. Dadurch und durch die seitliche Rotation des Flexbaums erfährt Ihr Pferd maximal mögliche Schulterfreiheit im gesattelten Zustand. 

Unsere Aufgabe ist es, uns immer wieder und ganz individuell auf Ihr Pferd einzustellen, mit all seinen Stärken und Schwächen.


 

 


Beispiel 2 - Anton

Hier das Pferd Anton unserer Kollegin Jeannette im Sommer 2014, als ich sie zum ersten Mal als Kundin traff.

Anton hatte starke Atrophien im Bereich des Trapez- und Widerristmuskels. 

Auf dem Bild sieht man die Markierungen für die Vermessungspunkte. 

Anton nach einigen Monaten unter einem passenden maxflex. 

Die Muskulatur hat sich schon deutlich erholt. Wir sind auf dem richtigen Weg :)

Hier Antons Veränderungen in Zahlen. 

Durch unseren Vermessungsbogen, der immer wieder aktualisiert wird, können wir Veränderungen des Pferdes über einen langen Zeitraum nachverfolgen. Der Durchschlag verbleibt beim Kunden, so dass auch dieser die Entwicklung nachvollziehen kann. 


Reagieren Sie rechtzeitig, damit aus dem Bild hier......... 

nicht so etwas entsteht!


Weitere Problemrücken und Bilder des Alltags

Bild 1 und 2:
Beide Pferde haben einen deutlichen Senkrücken. Schwache Bauch- und Rückenmuskeln und eine sehr kurze Auflagefläche (1 noch kürzer als 2)

Bild 3:
Hier hat ein unpassender Sattel deutliche Spuren auf dem Pferderücken hinterlassen. 
Die Problematik hier liegt nun in einer symmetrischen Anpassung des Sattels auf den "hügeligen" Pferderücken, so dass dieser durch adäquates Training wieder aufgebaut und "geschlossen" werden kann. 

Bild 4: 
Ein sehr, sehr typisches Bild. Kammer zu eng, Kissen zu hoch. 
Hier entsteht Druck auf den seitlichen Widerrist und Trapezmuskel. Oft aufgrund von Unwissenheit des Reiters geduldet, aber ebenso häufig eine "Notlösung" von Sattlern, wenn Pferde Sättel gerne auf die Schulter ziehen. Der Reiter fühlt sich gut, zu Lasten des Pferdes. 

Bild 5:
8 Jahre Einfluss eines zu langen Sattels, dessen Kissen zu lang, zu stramm gepolstert und IN den Rücken liefen, statt AUS dem Rücken. 

Bild 6: 
Auch ein häufiges Bild. Hoher Widerrist, der weit in den Rücken läuft. 
Der Trapezius ist atrophiert. Dieses Bild ist übrigens eine häufige Folge von Bild 4. 

Bild 7: 
Auch oft gesehen. Ähnlich wie Bild 6, von oben aufgenommen. Hier neben der Muskelatrophie problematisch für Standardsättel: Die breiten Dornfortsatzenden am Widerrst. Standard-V-förmige Kammereisen können seitlich auf die Nerven des Widerrists drücken. 
Pferde wie dieses haben häufig Probleme in der Anlehung und kommen mit den Vorderbeinen schlecht vom Boden weg. 

Bild 8

zeigt ein spanisches Pferd mit sehr viel Schulteranteil hinter der Gurtsenkrechten. 
Auf dem Foto haben wir die optimale Sattellage nach Lehrbuch nachgestellt, die sich in der Realität natürlich nicht praktizieren lässt. 


Bild 9:
Hier haben wir in ebenfalls schwierig zu besattelndes Pferd, aber eben auch kein Ausnahmepferd. Ein großer und lang in den Rücken ragender Widerrist schafft einen immensen Höhenunterschied. Der Sattel muss extrem gut angepasst werden, so dass der Baum nicht auf dem Widerrist aufliegt, aber gleichzeitig auch nicht den Schwerpunkt nach hinten verlagert. 


Bild 10:
Hier haben wir eine ähnliche, wenngleich schwächer ausgeprägte Widerrist Problematik wie in Bild 9. Hinzu kommt jedoch ein karpfiger Rücken. 


Bild 11 zeigt, wie man es nicht machen sollte. Der Schwerpunkt des Sattels liegt viel zu weit hinten. Der Reiter wird extrem in den Stuhlsitz gesetzt, der zwar nicht ungemütlich ist, aber zum Wohl des Pferdes keinesfalls anzustreben ist. 


Bild 12 zeigt den schlecht geglückten Versuch, den Schwerpunkt vorzuverlagern.