maxflex - Aufbau und Funktionalität eines Sattels aus unserer Sattlerei

Unsere Sättel werden konzipiert und gebaut von Reitern, die täglich auf dem Pferd sitzen. Jedes Kissen, jede vermeintliche Eigenart und Pausche hat für uns Sinn und Zweck unter pferdefreundlichem Aspekt. Dabei lassen wir uns nicht von Modeerscheinungen leiten, sondern es sind unsere Pferde, die uns tagtäglich inspirieren. Schließlich zeigen sie uns am besten, was ihnen gut tut - man muss nur zuhören und es umsetzen können.....

Der Flexbaum -das Herz all unserer Sättel

Für unsere Sättel (maxflex und maxeena)verwenden wir einen flexiblen Baum aus eigener Herstellung. 1,5 Jahre haben wir getestet und druckgemessen, bis wir den für uns optimalen Spagat zwischen Stabilität und Flexibilität geschaffen hatten. Der Sattel darf nicht zu flexibel sein, da er ansonsten zwangsläufig nicht in der Lage ist, das Reitergewicht adäquat zu verteilen, aber er sollte auch nicht zu fest sein, damit wir die Vorteile der Flexibilität für den Pferderücken auskosten konnten. Starre, unbewegliche Sattelbäume und deren teils verheerende Spuren gibt es schließlich schon genug.


Unsere Modelle eignen sich für kurze, geschwungene Rücken gleichermaßen wie für lange, gerade Rücken. Aus unserer täglichen Arbeit am Pferd lässt sich nicht sagen, dass bestimmte Modelle nur für einen Typus geeignet sind. 

 

Der Flexbaum ist aus Polyurethan gefertigt, einem Material, dass flexibel, aber dennoch formstabil ist. Ein Stahlfederrahmen sorgt zusätzlich für Formstabilität und erhöhte Druckverteilung. Unter angemessenen Umständen und Verwendungszwecken ist ein Baumbruch schier unmöglich. Trotz der Flexibilität über die Längs- und Querachse können Sie den Baum nicht platt sitzen. Besonders hervorzuheben ist die seitliche Rotationsfähigkeit, um sich den Bewegungen der Pferdeschulter anpassen  zu können.

 

Die Taillierung des Baums direkt vor dem Reiter ist schmal, aber nicht zu schmal, so dass wir den anatomischen Anforderungen unserer Pferde hier voll gerecht werden können.

Der Flexbaum ist zudem in der Lage, sich jederzeit den Veränderungen des Pferdes anzupassen und das Kopfeisen kann immer wieder kalt verstellt bzw. eingestellt werden. Der innovative Baum geht nach Benutzung immer wieder in seine Ursprungsform zurück und "entspannt" sich sozusagen von den Einwirkungen des Reitens.

Aber am besten, Sie fühlen, testen und flexen selbst :) 


Testsieger bei einer unabhängigen Satteldruckmessung im März 2016 wurde der maxflex!!

hier im Bild rechts.

Man sieht sehr deutlich, wie schön der Flexbaum vorne die Schulter freilässt in ihrer Bewegungsfreiheit. Darüber hinaus ist die sehr schöne, große Auflagefläche erkennbar. Last but not least, sehen Sie keine einzige Druckspitze oder Werte im erhöhten Bereich.


Der Sitz


Wisst ihr eigentlich, warum die maxflex so irre bequem sind?
Wir verraten es euch....
Weil wir unsere Bäume noch ganz klassisch gurten und keine Vollschalen verwenden. Das Verfahren ist wesentlich aufwändiger und somit kostenintensiver, aber es lohnt sich........ :)

Zusätzlich verwenden wir einen exquisiten Foam mit elastischen Membranen. Beides zusammen sorgt für ein unglaublich tolles Sitzgefühl. Die Elastizität schont den Pferderücken.

Rückenschmerzgeplagte, Viel- und Langreiter werden diesen Komfort besonders zu schätzen wissen.


Die Kissen

Um der Vielzahl der sehr kurzen Rücken unserer heutigen Pferdetypen gerecht zu werden, verwenden wir im Standard kurze Kissen. D.h. die Kissen aller Modelle sind jeweils immer so kurz wie möglich. Aus technischen Gründen müssen die Kissen der Tiefsitzer je 1,2 cm länger sein, um den tiefen Sitz auszubalancieren, aber in der Gesamtkürze der Auflagefläche sind wir kaum schlagbar. :)

 

Wir verwenden 2 unterschiedliche Kissentypen in 2 unterschiedlichen Füllhöhen, um ums optimal auf Ihr Pferd einstellen zu können.

 

Unsere innovativen Sandwich-Kissen sind im Innern mit einem exklusiven Foam und einer netzartigen Wabenstruktur ausgekleidet und mit Wolle** gefüllt. Sie verfügen pro Seite über 3 Füllschlitze, so dass sie problemlos von uns oder einem Sattler  nachgepolstert werden können. Bei der Auswahl des Leders für die Kissen legen wir sehr viel Wert auf eine weiche, angenehme Haptik.

 

**Wir verwenden synthetische Wolle als Füllmaterial für unsere Kissen. 

Naturfasern reagieren leider sehr auf äußere Einflüsse, so z.B. wenn die Umgebungsluft feucht ist. Dann setzt sich Naturwolle gerne zusammen und steht nicht wieder auf. Synthetische Fasern sind formbeständiger und weniger sensibel.

 

Unsere Wolle setzt sich, passt sich dem Pferderücken an und bleibt dennoch elastisch. 

 

Auf Wunsch bieten wir auch eine Kombination aus Wolle-/ und Filz an. Hierbei wird zusätzlich auf das Oberleder der Kissen eine Filzschicht, etwa 0,3 cm aufgebracht, anstelle des Foams/Netzes..

 

Plus Kissen auf dem Pferd
Plus Kissen auf dem Pferd

Kammereisen auf Maß

Neben der Passform über die Längs- und Querachse ist kaum etwas so wichtig wie ein korrekt angepasstes Kammereisen. 

SO sollte es nicht aussehen.
SO sollte es nicht aussehen.
Sonst entsteht das.
Sonst entsteht das.
Das Kammereisen auf Maß passt perfekt zu Höhe und Weite des Widerrists sowie Verlauf der Schulter.
Das Kammereisen auf Maß passt perfekt zu Höhe und Weite des Widerrists sowie Verlauf der Schulter.

Wir nehmen uns die Zeit, Ihr Pferd genau zu vermessen und auf Asymmetrien in der (Schulter-) Muskulatur zu untersuchen. Unterschiedlich ausgeprägte Muskeln müssen bei der Sattelanpassung berücksichtigt und im Vermessungsprotokoll festgehalten werden. 
Mit unserem Kammerweiten-auf-Maß-Service haben wir in den letzten Jahren tausendfach Erfahrungen gesammelt. - Kein Pferd ist wie das andere. 

 

Das Pferd auf dem Bild oben z.B. hat sehr breite Dornfortsatzenden. Ein normales V-förmiges Kammereisen würde seitlich Druck ausüben. Das Kammereisen muss dann entsprechend mm-genau auf U-Form geweitet werden. Nicht zu weit, damit der Sattel vorne nicht abtaucht, aber eben genau weit genug.

 

Dazu ist es unerlässlich, dass man das Kammereisen aus den Sätteln entnehmen kann um so deckungsgleich auf den Maßabdruck des Pferdes hinarbeiten zu können. 

In der Regel können wir bei frisch besattelten Pferden und Trapezmuskelschwäche mit korrekt angepasstem Kammereisen mit Luft zur Seite und nach oben ein Wachstum von einer Größe innerhalb der ersten 5 bis 12 Wochen feststellen. Hervorragende Ergebnisse... geht der Trend doch andererorts gerne immer in die andere Richtung. Gerade gestern war ich bei einem Pferd mit 25 Jahren, welches innerhalb von 8 Wochen eine Kammerweite gewachsen ist nach vielen Jahren mit Dauerdruck auf den Trapez. Dieses Wachstum hätte selbst ich in dem fortgeschrittenen Alter in der kurzen Zeit nicht erwartet und freue mich natürlich umso mehr, dass unsere Philosophie einfach immer wieder aufgeht. Anpassung ans Pferd, nach und während Veränderungen und nicht Anpassung an den Sattel. Den Impuls müssen natürlich Sie als Kunde geben, wann immer Sie das Gefühl haben, Ihr Pferd hat sich verändert, lassen Sie Ihren Sattel überprüfen. Ihr Pferd wird es Ihnen mit hervorragenden Ergebnissen danken. 

Die Gurtung

Wir verwenden eine flexible V-Gurtung und verzichten auf am Kammereisen fixierten Vorgurtstrupfen. Unsere vordere Gurtstruppe sitzt unter der Sturzfeder. 
Uns ist sehr wohl der propagierte "Nutzen" einer Vorgurtstrupfe bewusst. Nämlich das Verhindern des nach vorne Rutschens des Sattels und sie dient als psychologischer Schmeichler für den Reiter. Dem tut sie auch nicht weh, aber unter Umständen Ihrem Pferd umso mehr. Den wenigsten ist nämlich bewusst, dass der Schaden, den diese Form der Gurtung anrichten kann, wesentlich größer ist, als der Nutzen je vermag zu sein.  

Wenn Ihr Pferd dazu neigt, anatomisch bedingt, Sättel auf die Schulter zu ziehen, erarbeiten unsere Fachleute vor Ort gerne individuelle Lösungen, die aber immer zu 100% pferdegerecht sind. Denn die Gesunderhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit Ihres Pferdes hat oberste Priorität. 

 

 

Veränderbarkeit

Passform und Kammerweite unserer Sättel sind immer wieder anpassbar, je nach Veränderung des Pferderückens, beliebig oft.

 

Veränderungen am Sattel können sein:

 

Veränderungen direkt am Baum, z.B. Blocken des Baums

Veränderungen an der Kammerweite (direkt vor Ort im Stall umsetzbar)

Veränderungen der Gurtung, Versetzen der Gurtsprippen, Umrüsten von kurz auf lang oder umgekehrt, sofern möglich

Veränderung an den Kissen, neu polstern, umpolstern